Montag, 21. November 2011

SOKO Bosporus - Das Opferritual 6

Sie bringen es auf allen Kanälen. Ein toter Türke, eine tote Griechin, drei schwerverletzte Aleviten, die sich weigern, auszusagen. Niemand will so etwas schon mal gesehen haben. Sie haben die Opfer auf der Lichtung liegen, beziehungsweise stehen lassen. Nichts getarnt oder entsorgt. Im Dorf weiß niemand etwas. Aber alle sind schockiert. Von uns ist auch nicht die Rede. Der Mann, der mir das Haus vermietet hat, wird interviewt und erwähnt mich mit keinem Wort. Klar, ich habe die Miete bezahlt und sein Haus nicht abgefackelt. Einer der Ermittler, die sich vor die Kamera wagen, geht von Streitigkeiten im Wettgeschäft aus, ein anderer erzählt was von Schutzgelderpressung, Drogen und Rotlicht. Man darf gespannt sein, wie sie eine Verbindung zwischen den Opfern herstellen, obwohl die ja offensichtlich ist. Hohe LKA-Tiere verkünden die Gründung einer Sondereinheit Bosporus. Was haben Griechen am Bosporus verloren? „Schon mal was von Heimatschutz gehört, Finn?“ Jake ist aufgewacht. Wenn er verschlafen ist, sehen seine Augen einen nicht traurig an, eher so, als würde er einen bemitleiden. Mich macht Mitleid nervös. (Fortsetzung folgt)

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