Sonntag, 8. Mai 2011

Die geheimen Tagebücher der Angela Merkel - SAW III

Joachim drückt die Wiederholungstaste für mich und reibt sich den Schwanz. Er weiß, ich kann das nicht leiden, aber der Osama-Film lässt mich über seine Provokation hinwegsehen. Ich kann einfach nicht genug von den Bildern bekommen. Ich bin so froh. Aber ich kann Hillary verstehen. Sie ist so empfindlich, wenn es um Blut geht. Als ich ihr mal vorschlug ‚Saw III’ zusammen zu gucken, hat sie allein der Gedanke daran aufschreien lassen. Joachim sieht sich lieber den Film über den Film an, also die Bilder von Obama und Hillary; er spricht von Meta-Ebene und Glück, und dass inszeniertes Glück besser als gar kein Sex sei; und dann reibt er sich wieder den Schwanz, und ich weiß, dass ich ihn nicht glücklich mache. Ich rufe Nicolas an, aber er geht nicht ran. Manchmal fragt mich Joachim, ob ich seine wöchentliche Geschlechtspartnerin aussuchen möchte. Um auch irgendwie beteiligt zu sein. Ich hasse  Sonntage. Ich mache uns Kaffee, und Joachim massiert sich die Eier. Er fragt, ob ich mir Sorgen wegen der Anzeige mache. Er fragt, ob ich wirklich wie Obama denke, dass der Krieg gegen al-qaida nun gewonnen sein wird. Ich hasse es, wenn er ‚Krieg’ sagt. Karl-Theodor konnte das so schön. Wenn er vom Krieg sprach, fühlte ich mich als Kriegerin. Wenn Joachim es sagt, fühle ich mich schmutzig. Ich stelle mir vor, was Nicolas gerade mit Carla anstellt, weil er nicht rangeht, und dann spule ich den Osama-Film wieder zurück, und dann stelle ich mir so einen Film mit Carla vor. Wie ihr das kleine Spatzenhirn aus dem Kopf geschossen wird und mir in den Schoß fällt, wo Nicolas es mir mit seiner Zunge ... ich hasse Sonntage. Doch dieser ist süß. Ja, ich freue mich. Und kein Gericht der Welt wird mich dafür zur Verantwortung ziehen können. Ich wünschte, ich wäre doch in Libyen dabei. Dann hätte Hillary mich vielleicht ... die Vorstellung erregt mich – mit dabei gewesen zu sein, die Exekution live erlebt zu haben und den Schauer der erfüllten Rache zu spüren, Hillarys Hand in meiner, Nicolas Atem in meinem Nacken und Michelle reicht eine Platte ihrer selbstgebackenen Brownies herum, und ... vielleicht lässt sich ja in Syrien was machen ...

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