Montag, 14. Februar 2011

Sylt am Sonntag - 3. Tag der Vorbereitung


Du fährst im Kreis und landest im zehnten Stock eines Hochhauses. Du blickst aufs Meer und auf die Dächer der anderen Platten und in die Fenster des Blocks neben dir, und da stehen Kaffeetassen auf dem Tisch und Teller, und Servietten liegen darauf, und du denkst, gleich kommen sie und trinken Kaffee, aber keiner kommt. Du siehst einen Mann in einem goldenen Kasten mit gewellten Gitterwänden. Er rutscht, kann sich nicht halten, dann ist er auf allen Vieren und kommt nicht mehr hoch, aber eigentlich sieht es aus, als wollte er nicht hoch. Als sei das Absicht, auf allen Vieren durch diese begehbare Installation zu kriechen, und du fragst dich: Muss ich helfen? Aber da klingelt es, und du erschreckst, weil kein Mensch weiß, dass wo du bist. Weil kein Mensch wissen darf, dass du hier bist, und der Wind pfeift durchs Appartement, und der Boden wankt, denkst du, und die Marionette, die vor dem Fenster hängt, zieht ihre Clownsfratze auseinander und lacht dich aus. Jemand hämmert gegen die Tür zu dieser Wohnung, zu der du, wie du auf einmal feststellst, gar keinen Schlüssel hast und über den Balkon kannst du nicht fliehen, weil du im 10. Stockwerk bist, und da siehst du sie sitzen, gegenüber an dem Kaffeetisch im Fenster, aber sie bewegen sich nicht, und du siehst nur die blankgeputzten Knochen im Sonntagsstaat, und dann tritt jemand die Tür ein, und du willst springen ...

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