Samstag, 19. Februar 2011

Dünenkotzen


Wenn du Tag mit Nacht verwechselst, sieht man das. Wenn du einen Liter Kaffee trinkst und zwanzig Zigaretten rauchst und dir danach die Lunge aus dem Hals rennen sollst, kotzt und kollabierst du. Die Düne runter, durch die Senke und eine andere Düne wieder hoch. Weil du verzweifelt bist. Weil du für jemanden eingetreten bist und nicht weißt, ob das richtig war. Weil du dich gegen deinen Bruder gestellt hast und das eigentlich nicht darfst. Und darauf kommst du nicht klar, also rennst du raus. Du bist in der Landschaft, die die einzige ist, die du kennst. Und du rennst und rennst und rennst, weil du alles aus deinem Kopf, aus deinem Bauch, aus deinem Herz rausrennen willst. Aber dann ist da noch dieser Liter Kaffee und die Kippen, und das beschleunigt deine Zerstörung, und dann rennst du auch noch hinter einem Auto her, obwohl du dich da schon ausgekotzt hast. Aber aus dem Auto kommt der Schuss, der mir dein Gesicht zeigt, und dein Gesicht ist dein Leid und die Qual, und natürlich ist mir das scheißegal, wo du die hernimmst, denn sie erzählen, was sie erzählen müssen, und ich sehe, wie du zerreißt. Ich sehe mich, wie ich dich reanimieren muss, und am Ende sind wir alle glücklich, weil das doch nicht nötig ist, weil das Bild so ist, wie das Bild sein soll, und wenn wir unsere Bilder haben, wen interessiert dann noch, wo wir sind, wenn wir nicht auf dem Bild sind.

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